Angstzustände

Angst verstehen

In der Existenzanalyse ist Angst das Gefühl, nicht sein zu können. Wenn wir fühlen, dass wir nicht ertragen, was da eintreten könnte, entsteht das Gefühl, zu Grunde zu gehen, den Boden der Existenz unter den Füßen zu verlieren (Angst bei der Arbeit, Angst zu Hause, …).

Angst ist eine Grundform der menschlichen Existenz. Um besser zu verstehen, wodurch die Angst ihre Mächtigkeit erhält, ist es hilfreich, tiefenpsychologisch auf das zu schauen, was sie mit uns macht.

Normalerweise schenken wir dem Gefährlichen nur so viel Aufmerksamkeit, dass wir nicht fahrlässig handeln. Anders ist es, wenn wir Angst haben, oder mit Angststörungen umgehen müssen. Die Aufmerksamkeit richtet sich dann zunehmend auf das, was möglicherweise passieren könnte, z.B. die Angst, krank zu werden.

Angst und Panikstörung

Der Ängstliche spürt, dass immer viel Schlimmeres passieren könnte (Soziale Angst: Angst vor dem Erröten, Angstzustände bei Depressionen: Versagensängste oder Angstattacken: Angst vor dem Sterben). Das kann sich bis zu Panikattacken steigern. Das Reich der Möglichkeiten ist unerschöpflich. Es könnte viel passieren.

Die begleitenden Symptome von Angst und Panik reichen von Vermeidungsverhalten über körperliche Symptomatiken bis zu depressiven Verstimmungen oder starken, anhaltenden Depressionen.

Psychotherapie bei Angst

Wir beleben Humor und Sinn, sie sind die eigentliche Möglichkeit der Überwindung (nicht Beseitigung) von Ängsten und helfen, sie erfahrbar und damit lebbar zu machen.

Bei der Grundangst braucht es Anwesenheit und Halt. Wir tragen Ihre Angst gemeinsam. Wenn der Boden unter den Füßen verschwindet, wird Haltgebendes (Tatsachen, Fakten) in der Therapie zugänglich und erlebbar. Regelmäßigkeit und Struktur ermöglichen Ihnen wieder einen vertrauensvollen Blick auf die Außenwelt.

Den Umgang mit der Erwartungsangst (Phobien) dagegen halten wir konfrontativ. Durch Konfrontation kann Wirklichkeit und Konkretes gegenüber schlimmer Erwartungen (Angst vor der Angst) Platz nehmen. Die paradoxe Intention (Frankl, 1983) und das Tor des Todes (Längle, 1996) können die Erwartungsschleife dieser Angst unterbrechen.

Phobien nennt man Ängste, die auf bestimmte Situationen oder Objekte der Umwelt gerichtet sind. Beispiele sind die Angst, über eine Straße oder einen freien Platz zu gehen (Platzangst oder Agoraphobie), sich in engen oder geschlossenen Räumen, wie im Fahrstuhl, aufzuhalten (Klaustrophobie) oder sich in größere Höhe zu begeben (Akrophobie).