Vielleicht kennen Sie dieses Gefühl: Morgens klingelt der Wecker, und statt aufzustehen, würden Sie am liebsten einfach liegenbleiben. Nicht für einen Tag, sondern für Wochen, Monate. Die bloße Vorstellung, zur Arbeit zu gehen, sich um andere zu kümmern, wieder zu funktionieren – es ist einfach zu viel. Sie sind leer. Ausgebrannt. Nichts geht mehr.
Oder Sie funktionieren noch, aber nur noch mechanisch. Sie tun, was getan werden muss, aber Sie sind nicht mehr dabei. Wie ein Roboter, der sein Programm abspult. Innen drin: Leere. Das Gefühl, dass alles sinnlos ist. Die Frage: „Wie lange soll ich das noch durchhalten?“
Burnout ist zu einem der häufigsten Gründe geworden, warum Menschen eine Psychotherapie in Wien aufsuchen. Die Erschöpfung, die innere Leere, das Gefühl, nicht mehr zu können – das sind keine Zeichen von Schwäche. Es sind Alarmsignale Ihres Körpers und Ihrer Seele, die Ihnen sagen: So kann es nicht weitergehen.
Als Psychotherapeut in Wien arbeite ich regelmäßig mit Menschen, die unter Burnout leiden. Die Existenzanalyse bietet dabei einen besonderen Zugang: Sie versteht Burnout nicht nur als Folge von zu viel Stress, sondern als existentielle Krise – als Verlust der Beziehung zu sich selbst und zum Sinn des eigenen Tuns.
Lassen Sie mich Ihnen zeigen, wie wir in der Existenzanalyse Wien Burnout verstehen und behandeln.
Was ist Burnout wirklich? Mehr als nur Stress
Der Unterschied zwischen Stress und Burnout
Viele Menschen denken: „Burnout? Das ist doch einfach zu viel Stress.“ Aber Burnout ist fundamental anders als normaler Stress, und diesen Unterschied zu verstehen ist wichtig.
Stress ist eine Reaktion auf Belastung. Sie haben viel zu tun, Sie fühlen sich unter Druck, Sie sind angespannt. Aber: Wenn die Belastung nachlässt, wenn Sie Urlaub haben oder ein stressiges Projekt abgeschlossen ist, erholen Sie sich. Sie tanken auf. Die Freude kommt zurück.
Bei Burnout ist das anders. Sie können drei Wochen in Urlaub fahren – und kommen genauso erschöpft zurück, wie Sie losgefahren sind. Die Erholung stellt sich nicht mehr ein. Selbst Dinge, die Ihnen früher Kraft gegeben haben, erreichen Sie nicht mehr. Es ist, als wäre Ihre Batterie nicht nur leer, sondern beschädigt.
Burnout entwickelt sich schleichend, oft über Jahre. Es beginnt meist mit großem Engagement, mit dem Wunsch, es gut zu machen, anderen zu helfen, etwas zu bewirken. Sie investieren immer mehr Energie, Zeit, Kraft. Und irgendwann merken Sie: Es kommt nichts mehr zurück. Sie geben und geben – aber Sie bekommen nichts mehr. Nicht von außen, nicht von innen.
Die drei Dimensionen des Burnout
Burnout zeigt sich typischerweise in drei miteinander verbundenen Dimensionen, die sich gegenseitig verstärken.
Da ist zunächst die emotionale Erschöpfung – das Kernsymptom. Sie fühlen sich ausgelaugt, leer, kraftlos. Selbst kleine Aufgaben erscheinen wie unüberwindbare Berge. Die emotionale Energie ist verbraucht. Sie können nicht mehr fühlen, nicht mehr mitschwingen, nicht mehr da sein – weder für andere noch für sich selbst.
Dann kommt oft die Depersonalisierung hinzu, ein zynisches Sich-Distanzieren von der eigenen Arbeit und von Menschen. Sie entwickeln eine innere Härte, eine Gleichgültigkeit. Menschen werden zu Fällen, zu Aufgaben, zu Störfaktoren. Sie funktionieren nur noch, ohne wirklich präsent zu sein. Diese Distanzierung ist ein Schutzmechanismus – Ihr Versuch, sich vor weiterem emotionalen Schaden zu bewahren.
Die dritte Dimension ist das Gefühl reduzierter Leistungsfähigkeit. Sie haben das Gefühl, nichts mehr hinzubekommen, nichts mehr bewirken zu können. Selbst wenn Sie objektiv noch funktionieren, fühlt es sich für Sie an, als würden Sie versagen. Dieser Zweifel an der eigenen Kompetenz verstärkt die Erschöpfung noch weiter.
Diese drei Dimensionen greifen ineinander und ziehen Sie immer tiefer in die Erschöpfung. Oft kommen körperliche Symptome hinzu: chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, erhöhte Infektanfälligkeit. Ihr Körper zeigt Ihnen: So geht es nicht weiter.
Burnout ist nicht Depression – aber sie können zusammenhängen
Menschen verwechseln manchmal Burnout mit Depression. Es gibt Überschneidungen – die Erschöpfung, die Hoffnungslosigkeit, der Rückzug. Aber es gibt auch wichtige Unterschiede.
Bei Burnout ist die Erschöpfung meist direkt auf einen bestimmten Lebensbereich bezogen, oft die Arbeit. Am Wochenende oder im Urlaub können Sie möglicherweise noch Momente von Erleichterung spüren, auch wenn diese immer kürzer werden. Bei Depression dagegen durchdringt die Niedergeschlagenheit alle Lebensbereiche, unabhängig von äußeren Umständen.
Allerdings: Unbehandeltes Burnout kann zu Depression führen. Wenn die Erschöpfung chronisch wird, wenn Sie über Monate oder Jahre nur noch funktionieren, kann sich daraus eine echte depressive Erkrankung entwickeln. In der Psychotherapie bei Burnout und Depression in Wien sehen wir diese Entwicklung häufig und arbeiten dann an beiden Ebenen.
Die dritte Grundmotivation: Darf ich sein, wie ich bin?
Das Herzstück: Selbst-Sein-Dürfen
Jetzt kommen wir zum existenzanalytischen Verständnis von Burnout. Während Angst besonders mit der ersten Grundmotivation (Sein-Können) und Depression mit der zweiten (Leben-Mögen) zusammenhängt, steht bei Burnout die dritte Grundmotivation im Zentrum.
Die zentrale Frage dieser dritten Grundmotivation, entwickelt von Alfried Längle, lautet: „Darf ich so sein, wie ich bin? Werde ich gesehen und anerkannt – auch mit meinen Grenzen, meinen Bedürfnissen, meinem Eigenen?“
Diese Grundmotivation hat drei wesentliche Aspekte, die bei Burnout alle betroffen sind:
Gerechtsein bedeutet, dass Sie das Recht haben, so zu sein, wie Sie sind. Dass Sie nicht ständig jemand anders sein müssen, um akzeptiert zu werden. Dass Sie Ihre Bedürfnisse, Ihre Grenzen, Ihre Eigenheiten haben dürfen. Bei Burnout haben Menschen oft dieses Gefühl des Gerechtsein-Dürfens verloren. Sie denken: „Ich darf so nicht sein. Ich muss stärker, besser, leistungsfähiger sein.“
Wertschätzung bedeutet, dass Sie in Ihrem Sosein gesehen und geschätzt werden. Nicht für das, was Sie leisten, sondern für das, was Sie sind. Bei Burnout erleben Menschen oft: Sie werden nur geschätzt für ihre Leistung, ihre Verfügbarkeit, ihr Funktionieren. Ihr Wert als Person zählt nicht.
Abgrenzung bedeutet, dass Sie Nein sagen können, dass Sie Grenzen setzen dürfen. Dass nicht alles von Ihnen verlangt werden darf. Bei Burnout ist genau diese Fähigkeit zur Abgrenzung verloren gegangen oder war vielleicht nie wirklich da. Sie können nicht Nein sagen, nicht für sich einstehen, nicht Ihre Grenzen schützen.
Die Verbiegung des Selbst
Burnout entsteht, wenn Menschen sich über lange Zeit verbiegen, sich selbst aufgeben, ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen missachten. In der Psychotherapie bei Burnout in Wien hören wir immer wieder die gleiche Geschichte in verschiedenen Varianten: „Ich habe mich komplett verloren. Ich weiß gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin.“
Stellen Sie sich vor: Sie haben gelernt (vielleicht schon als Kind), dass Ihr Wert davon abhängt, wie sehr Sie sich für andere einsetzen. Dass Sie geliebt werden, wenn Sie brav sind, wenn Sie funktionieren, wenn Sie keine Probleme machen. Dass Ihre eigenen Bedürfnisse nicht so wichtig sind. Diese Prägung setzen Sie im Erwachsenenleben fort.
Sie sagen Ja, auch wenn Sie Nein meinen. Sie übernehmen noch eine Aufgabe, auch wenn Sie schon überlastet sind. Sie kümmern sich um alle anderen – nur nicht um sich selbst. Sie funktionieren, Sie leisten, Sie sind für alle da. Aber: Wo sind Sie selbst in all dem? Wo ist Ihr Raum, Ihre Zeit, Ihr Leben?
Diese ständige Selbstverleugnung kostet enorme Energie. Sie leben nicht Ihr eigenes Leben, sondern das Leben, das andere von Ihnen erwarten oder das Sie glauben, leben zu müssen. Und irgendwann ist die Kraft aufgebraucht. Das ist Burnout: Die Erschöpfung, die entsteht, wenn Sie aufhören, Sie selbst zu sein.
Warum gerade die „Guten“ ausbrennen
Das Paradox des Helfens
Es ist kein Zufall, dass gerade engagierte, verantwortungsbewusste, empathische Menschen besonders anfällig für Burnout sind. Menschen in helfenden Berufen – Pflegekräfte, Lehrer, Sozialarbeiter, Psychotherapeuten – aber auch Menschen, die sich in ihren Familien aufopfern, die immer für andere da sind, die es allen recht machen wollen.
Diese Menschen haben oft hohe Ideale. Sie wollen etwas bewirken, anderen helfen, die Welt ein bisschen besser machen. Das ist wunderschön und wichtig. Aber es birgt auch eine Gefahr: Sie geben so viel, dass sie sich selbst dabei verlieren.
Die Falle liegt in einem falschen Verständnis von Hilfe und Hingabe. Viele Menschen denken: „Wenn ich mich wirklich für andere einsetze, dann muss ich meine eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Wenn ich an mich denke, bin ich egoistisch.“ Dieser Gedanke ist gefährlich, denn er führt direkt in die Erschöpfung.
Die Wahrheit ist: Sie können anderen nur dann wirklich helfen, wenn Sie auch für sich selbst sorgen. Wenn Sie Ihre eigenen Grenzen respektieren. Wenn Sie sich selbst nicht verraten. Sonst brennen Sie aus – und dann können Sie niemandem mehr helfen, auch sich selbst nicht.
Die Rolle von Perfektionismus und Selbstwert
Oft spielt auch Perfektionismus eine Rolle bei Burnout. Der Anspruch an sich selbst, alles perfekt machen zu müssen, keine Fehler machen zu dürfen, immer 100 Prozent zu geben. Dieser Perfektionismus ist meist kein oberflächliches Streben nach Perfektion, sondern hat tiefere Wurzeln.
Dahinter steht oft die unbewusste Überzeugung: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich perfekt bin. Wenn ich Fehler mache, bin ich nichts wert.“ Ihr Selbstwert ist also nicht stabil, sondern hängt ab von Ihrer Leistung. Das ist eine permanente Bedrohung. Sie dürfen nie nachlassen, nie Schwäche zeigen, nie einfach nur sein.
In der Existenzanalyse Wien arbeiten wir genau an diesem Punkt: Wie können Sie lernen, dass Ihr Wert nicht von Ihrer Leistung abhängt? Dass Sie wertvoll sind, einfach weil Sie existieren? Dass Sie das Recht haben, Grenzen zu haben, müde zu sein, nicht perfekt zu sein?
Das System verstärkt die Erschöpfung
Natürlich sind nicht nur individuelle Faktoren schuld an Burnout. Oft sind es auch die Systeme, in denen Menschen arbeiten und leben. Arbeitsbedingungen, die permanente Erreichbarkeit verlangen. Organisationen, die immer mehr Leistung mit immer weniger Ressourcen erwarten. Gesellschaftliche Erwartungen, die sagen: Mehr ist besser, schneller ist besser, effizienter ist besser.
Diese äußeren Faktoren sind real und wichtig. In der Psychotherapie bei Burnout schauen wir uns auch an: Welche äußeren Bedingungen tragen zu Ihrer Erschöpfung bei? Was kann verändert werden? Manchmal bedeutet das: Den Job wechseln, Arbeitszeiten reduzieren, sich aus toxischen Beziehungen lösen.
Aber oft ist es nicht möglich oder nicht gewünscht, die äußeren Umstände komplett zu verändern. Dann wird umso wichtiger: Wie können Sie in diesen Umständen besser für sich sorgen? Wie können Sie Grenzen setzen, auch wenn das System Grenzenlosigkeit verlangt? Wie können Sie authentisch bleiben, auch unter Druck?
Der Verlust der Sinnfrage: Die vierte Grundmotivation
Wenn das Wofür verloren geht
Bei Burnout kommt noch eine weitere Dimension hinzu: der Verlust von Sinn. Hier berührt sich die dritte Grundmotivation mit der vierten, die Viktor Frankl ins Zentrum seiner Logotherapie gestellt hat: „Wofür tue ich das alles? Was ist der Sinn?“
Viele Menschen, die ausbrennen, haben irgendwann angefangen mit Begeisterung, mit einem Sinn. Sie wollten etwas bewirken, einen Beitrag leisten, Teil von etwas Größerem sein. Aber über die Zeit geht dieser Sinn verloren. Die Arbeit wird zur bloßen Routine, zur Pflichterfüllung, zum Funktionieren.
Dieser Sinnverlust verstärkt die Erschöpfung dramatisch. Wenn Sie einen Sinn in Ihrem Tun sehen, wenn Sie spüren „Das hier ist wichtig, das macht einen Unterschied“, dann können Sie viel ertragen. Sie haben ein Wofür, das größer ist als die Anstrengung. Aber wenn dieser Sinn fehlt, wenn Sie nur noch denken „Ich mache das, weil ich muss, weil es von mir erwartet wird, weil ich keine Alternative sehe“ – dann ist jede Anstrengung zu viel.
In der Existenzanalyse fragen wir deshalb bei Burnout immer auch: Was war ursprünglich Ihr Sinn? Was hat Sie bewegt, diesen Weg einzuschlagen? Und: Ist dieser Sinn noch da? Oder haben Sie ihn unterwegs verloren? Brauchen Sie vielleicht einen neuen Sinn, eine neue Ausrichtung?
Die Sinnleere im Burnout
Manchmal ist der Sinnverlust bei Burnout noch fundamentaler. Menschen fragen sich nicht nur „Wofür tue ich diese Arbeit?“, sondern „Wofür lebe ich überhaupt?“ Diese existentielle Sinnfrage, die Frankl das „existentielle Vakuum“ nannte, kann Teil des Burnout-Geschehens sein.
Wenn Sie jahrelang nur funktioniert haben, wenn Sie sich selbst verloren haben in all den Anforderungen, dann steht irgendwann die große Frage im Raum: „Was ist eigentlich mein Leben? Ist das alles? Wofür das Ganze?“ Diese Fragen sind schmerzhaft, aber sie sind auch wichtig. Sie zeigen, dass etwas Grundlegendes fehlt.
In der Psychotherapie in Wien 1170 arbeiten wir daran, diese Sinnfrage nicht als zusätzliche Belastung zu sehen, sondern als Chance. Die Erschöpfung, die Krise des Burnout kann ein Wendepunkt sein. Ein Moment, in dem Sie innehalten müssen, ob Sie wollen oder nicht. Und in diesem Innehalten liegt die Möglichkeit, Ihr Leben neu auszurichten.
Grenzen setzen lernen: Der Weg zur Authentizität
Warum Grenzen setzen so schwer ist
Wenn wir in der Psychotherapie bei Burnout in Wien mit Menschen arbeiten, ist eines der zentralen Themen: Grenzen setzen lernen. Das klingt simpel, ist es aber nicht. Denn die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen, hat meist tiefe Wurzeln.
Vielleicht haben Sie als Kind gelernt: „Deine Bedürfnisse sind nicht wichtig. Sei nicht egoistisch. Denk an andere.“ Oder Sie haben erfahren: Wenn Sie Nein sagen, werden Sie abgelehnt, bestraft, nicht mehr geliebt. Dann haben Sie eine grundlegende Überzeugung entwickelt: „Ich darf keine Grenzen haben. Ich muss verfügbar sein, sonst bin ich nichts wert.“
Diese Überzeugung sitzt tief. Sie können sich kognitiv sagen „Ich sollte mal Nein sagen“ – aber wenn es darauf ankommt, sagen Sie doch wieder Ja. Weil die Angst vor Ablehnung, vor Zurückweisung, vor dem Nicht-mehr-gemocht-werden größer ist als Ihr Bedürfnis nach Selbstschutz.
In der Existenzanalyse arbeiten wir daran, diese tiefen Überzeugungen bewusst zu machen und zu verändern. Wir fragen: Was glauben Sie, was passiert, wenn Sie Nein sagen? Was ist Ihre tiefste Befürchtung? Und dann schauen wir: Stimmt das wirklich? Oder ist das eine alte Angst, die heute vielleicht gar nicht mehr berechtigt ist?
Das Recht auf Grenzen
Ein zentraler Schritt in der Behandlung von Burnout ist die Erkenntnis: Sie haben ein Recht auf Grenzen. Nicht als Luxus, nicht als Egoismus, sondern als grundlegendes menschliches Recht.
Sie haben das Recht zu sagen: „Das ist zu viel für mich.“ Sie haben das Recht, Nein zu sagen, auch wenn andere enttäuscht sind. Sie haben das Recht, Zeit für sich zu haben, Ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Sie müssen nicht für alle verfügbar sein, nicht alle Probleme lösen, nicht jedem helfen.
Das zu begreifen – nicht nur kognitiv, sondern emotional, im Kern Ihres Seins – ist transformativ. Es erlaubt Ihnen, sich selbst wieder ernst zu nehmen. Es erlaubt Ihnen, für sich einzustehen, ohne sich schuldig zu fühlen.
Authentizität als Heilung
Grenzen setzen bedeutet letztlich: authentisch sein. Zu Ihren Bedürfnissen, Ihren Grenzen, Ihrem Nein stehen. Nicht mehr eine Rolle spielen, sondern Sie selbst sein.
Das ist bei Burnout der Kern der Heilung. Sie müssen aufhören, sich zu verbiegen. Sie müssen lernen, Ihr eigenes Leben zu leben, nicht das Leben, das andere von Ihnen erwarten. Das bedeutet nicht, rücksichtslos zu werden oder sich nicht mehr um andere zu kümmern. Es bedeutet: sich selbst in die Gleichung mit einzubeziehen.
In der Existenzanalyse Wien nutzen wir dafür wieder die Personale Existenzanalyse (PEA). Wir fragen: „Können Sie innerlich Ja sagen zu diesem Nein?“ Wenn Sie jemandem eine Bitte abschlagen – können Sie dazu stehen? Oder fühlt es sich falsch an? Wenn es sich falsch anfühlt, schauen wir: Was genau ist das Problem? Ist es Ihre alte Angst vor Ablehnung? Oder ist es ein berechtigtes Gefühl, dass Sie hier über das Ziel hinausschießen?
Diese Arbeit ist fein, differenziert, manchmal auch schmerzhaft. Aber sie führt zu einer neuen Freiheit: Der Freiheit, Sie selbst zu sein.
Prävention: Wie Sie Burnout vermeiden können
Frühe Warnsignale erkennen
Das Beste wäre natürlich, Burnout gar nicht erst entstehen zu lassen. Dafür ist es wichtig, die frühen Warnsignale zu erkennen – bevor Sie komplett ausgebrannt sind.
Die ersten Anzeichen sind oft subtil, aber wenn Sie aufmerksam sind, können Sie sie wahrnehmen:
Körperliche Warnsignale:
- Ständige Müdigkeit, auch nach dem Wochenende oder Urlaub
- Häufige Kopfschmerzen oder Verspannungen
- Schlafstörungen (Einschlaf- oder Durchschlafprobleme)
- Erhöhte Infektanfälligkeit
- Magen-Darm-Beschwerden ohne klare medizinische Ursache
- Appetitveränderungen
Emotionale und mentale Warnsignale:
- Zunehmende Gereiztheit oder Ungeduld
- Zynismus oder Gleichgültigkeit gegenüber der Arbeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Gefühl der inneren Leere
- Abnehmende Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben
- Gedankenkreisen, besonders abends
Verhaltensänderungen:
- Sozialer Rückzug von Freunden und Familie
- Vernachlässigung von Hobbys und Interessen
- Erhöhter Konsum von Alkohol, Kaffee oder anderen Substanzen
- Schwierigkeiten, abzuschalten oder „runterzukommen“
- Zunehmende Fehltage oder „Präsentismus“ (krank zur Arbeit gehen)
Diese Signale ernst zu nehmen, bevor es zur Krise kommt, ist entscheidend. Leider neigen gerade die Menschen, die gefährdet sind, dazu, diese Warnsignale zu ignorieren. „Ach, das geht schon. Ich muss nur durchhalten.“ Aber Durchhalten macht es nur schlimmer.
Selbstfürsorge als Prävention
Prävention von Burnout bedeutet im Kern: Selbstfürsorge. Nicht als Luxus, sondern als Notwendigkeit. Das bedeutet konkret, dass Sie regelmäßig Zeit für sich selbst einplanen – nicht die Reste, die übrigbleiben, sondern bewusst eingeplante Zeit. Dass Sie auf Ihren Körper hören und ihm geben, was er braucht: Schlaf, Bewegung, gesunde Ernährung, Pausen. Dass Sie soziale Kontakte pflegen, die Ihnen guttun, die Sie nähren statt nur zu fordern.
Es bedeutet auch, dass Sie regelmäßig innehalten und sich fragen: „Wie geht es mir eigentlich gerade? Was brauche ich? Wo sind meine Grenzen?“ Diese Selbstreflexion kann verhindern, dass Sie immer weitermachen, bis nichts mehr geht.
Balance statt Perfektion
Ein wichtiger Aspekt der Prävention ist auch, von der Idee der Perfektion Abschied zu nehmen. Sie müssen nicht in allen Bereichen Ihres Lebens 100 Prozent geben. Manchmal reichen 70 Prozent. Manchmal ist „gut genug“ wirklich gut genug.
Das bedeutet auch: Sie dürfen Prioritäten setzen. Sie können nicht alles haben, nicht allen gerecht werden, nicht überall perfekt sein. Was ist Ihnen wirklich wichtig? Wo wollen Sie Ihre Energie investieren? Und wo können Sie loslassen, ohne dass die Welt untergeht?
Diese Balance zu finden und immer wieder neu zu justieren, ist ein lebenslanger Prozess. Aber er kann Sie davor bewahren, auszubrennen.
Sinn kultivieren
Und schließlich: Bleiben Sie in Kontakt mit dem Sinn Ihres Tuns. Erinnern Sie sich regelmäßig daran, warum Sie tun, was Sie tun. Was ist Ihnen wichtig? Welchen Beitrag wollen Sie leisten? Wenn Sie diesen Sinn spüren, gibt er Ihnen Kraft – selbst in schwierigen Zeiten.
Wenn Sie merken, dass der Sinn verloren geht, ist das ein wichtiges Signal. Vielleicht brauchen Sie eine Veränderung, eine Neuausrichtung. Vielleicht müssen Sie den Sinn neu entdecken oder neu definieren. In der Existenzanalyse können wir gemeinsam daran arbeiten.
Der therapeutische Weg aus dem Burnout
Schritt 1: Innehalten und Anerkennen
Der erste Schritt in der Psychotherapie bei Burnout ist oft das Schwierigste: Innehalten. Wirklich stoppen. Nicht weitermachen, nicht durchhalten, sondern anerkennen: „Ich bin erschöpft. So geht es nicht weiter.“
Das klingt simpel, ist es aber nicht. Denn innehalten bedeutet: aufgeben. Zumindest vorübergehend aufgeben, das alte Spiel weiterzuspielen. Und das macht Angst. Was passiert, wenn Sie nicht mehr funktionieren? Wenn Sie nicht mehr für alle da sind? Wenn Sie schwach sind?
In meiner Praxis für Psychotherapie in Wien 1170 ist ein zentraler Punkt: einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Sie innehalten können. Wo Sie nicht funktionieren müssen. Wo Sie zeigen dürfen, wie erschöpft Sie wirklich sind. Wo Sie Schwäche zeigen können, ohne abgewertet zu werden.
Schritt 2: Verstehen, was passiert ist
Dann schauen wir gemeinsam: Wie ist es so weit gekommen? Das ist keine Schuldfrage, sondern eine Verständnisfrage. Wir verstehen Ihr Burnout als Ergebnis eines Prozesses – und wenn wir diesen Prozess verstehen, können wir ihn verändern.
Wir fragen: Wo haben Sie aufgehört, Sie selbst zu sein? Wo haben Sie Ihre Grenzen überschritten? Was hat Sie daran gehindert, früher zu stoppen? Welche alten Überzeugungen, welche Ängste stecken dahinter? Und: Was war der Sinn, der Sie ursprünglich motiviert hat – und wo ist er verloren gegangen?
Diese Arbeit nutzt die existenzanalytische Methode, besonders die Arbeit mit den Grundmotivationen. Wir schauen: Welche Grundmotivation ist besonders betroffen? Meist ist es die dritte (Selbst-Sein-Dürfen), oft aber auch die zweite (Leben-Mögen) und die vierte (Sinn). Und wir arbeiten systematisch daran, diese Grundlagen wiederherzustellen.
Schritt 3: Die Beziehung zu sich selbst heilen
Das Kernstück der Arbeit ist die Heilung der Beziehung zu sich selbst. Sie müssen lernen, sich selbst wieder ernst zu nehmen. Ihre Bedürfnisse, Ihre Grenzen, Ihr Nein.
Das geschieht nicht durch Appelle oder gute Ratschläge. Es geschieht durch Erfahrung. Durch das konkrete Spüren: „Ich darf Grenzen haben. Ich bin wertvoll, auch wenn ich nicht perfekt bin. Ich habe das Recht, für mich zu sorgen.“
In der Existenzanalyse arbeiten wir mit der Personalen Existenzanalyse (PEA), um dieses Spüren zu ermöglichen. Wir gehen nicht nur über den Verstand, sondern über das konkrete emotionale Erleben. Wir fragen: „Was fühlen Sie, wenn Sie an Ihre Erschöpfung denken? Wo im Körper spüren Sie das? Was braucht dieser erschöpfte Teil von Ihnen?“
Schritt 4: Grenzen setzen üben
Dann üben wir konkret: Grenzen setzen. Nein sagen. Für sich einstehen. Das beginnt oft in kleinen Schritten – erst einmal in der Therapie selbst, dann in weniger bedrohlichen Situationen, dann auch in den schwierigeren Bereichen Ihres Lebens.
Wir üben nicht mechanisch, sondern authentisch. Die Frage ist nicht „Wie sage ich Nein, damit der andere nicht sauer ist?“ sondern „Wie kann ich Nein sagen und innerlich dazu stehen? Wie kann ich meine Grenze vertreten und gleichzeitig respektvoll bleiben?“
Diese Arbeit braucht Zeit und Geduld. Alte Muster ändern sich nicht von heute auf morgen. Aber Schritt für Schritt entsteht eine neue Fähigkeit: die Fähigkeit, für sich selbst einzustehen.
Schritt 5: Den Sinn wiederfinden
Und schließlich die Sinnfrage. Wir fragen: Was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Leben? Was ist Ihnen wichtig? Welchen Beitrag wollen Sie leisten? Diese Fragen können am Anfang der Therapie oft noch nicht beantwortet werden – die Erschöpfung ist zu groß. Aber im Laufe der Zeit, wenn Sie sich erholen, wenn Sie wieder bei sich selbst ankommen, werden diese Fragen wichtig.
Manchmal bedeutet das: Sie kehren zu Ihrer ursprünglichen Motivation zurück, finden sie neu, unter besseren Bedingungen. Manchmal bedeutet es: Sie entdecken einen neuen Sinn, eine neue Richtung. Das kann eine berufliche Veränderung sein, eine Neugewichtung der Prioritäten, eine andere Art zu leben.
In der Existenzanalyse Wien begleiten wir Sie bei dieser Sinnsuche. Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit den richtigen Fragen, die Ihnen helfen, Ihre eigene Antwort zu finden.
Burnout und andere psychische Belastungen
Burnout und Depression
Wie bereits erwähnt, können Burnout und Depression ineinander übergehen oder gemeinsam auftreten. In der Psychotherapie bei Burnout und Depression sehen wir, dass unbehandeltes Burnout oft zu einer echten Depression führt. Die chronische Erschöpfung, der Sinnverlust, die soziale Isolation – all das sind auch Faktoren, die Depression begünstigen.
Umgekehrt kann eine bestehende Depression Menschen anfälliger für Burnout machen. Wenn die zweite Grundmotivation (Leben-Mögen) bereits geschwächt ist, haben Sie weniger Ressourcen, um mit Belastungen umzugehen. Die Kombination ist besonders schwierig und braucht eine umfassende therapeutische Begleitung.
Burnout und Angst
Auch Angst und Burnout hängen oft zusammen. Die Angst vor Versagen, vor Ablehnung, vor dem Nicht-genug-Sein kann ein treibender Faktor hinter dem übermäßigen Engagement sein, das zu Burnout führt. Sie brennen aus, weil Sie Angst haben, nicht genug zu sein, wenn Sie nicht perfekt funktionieren.
In der Psychotherapie bei Angst und Burnout in Wien arbeiten wir dann sowohl an der ersten Grundmotivation (die Angst) als auch an der dritten (die Selbstverleugnung). Beide Ebenen müssen gestärkt werden, damit nachhaltige Heilung möglich ist.
Hoffnung und Ausblick
Ich will ehrlich sein: Sich von Burnout zu erholen, braucht Zeit. Es geht nicht in ein paar Wochen. Sie haben möglicherweise jahrelang an Ihren Grenzen oder darüber hinaus gelebt – da können Sie nicht erwarten, in einem Monat wieder fit zu sein.
Aber – und das ist die gute Nachricht – Heilung ist möglich. Viele Menschen berichten nach der Bewältigung ihres Burnout: „Es war eine Krise, aber auch eine Chance. Ich lebe heute authentischer, bewusster, selbstbestimmter als je zuvor.“
Burnout kann ein Wendepunkt sein. Ein Moment, in dem Sie gezwungen sind innezuhalten und sich zu fragen: „Will ich so weiterleben? Oder gibt es einen anderen Weg?“ Und dann können Sie beginnen, diesen anderen Weg zu gehen. Einen Weg, auf dem Sie nicht verloren gehen. Einen Weg, auf dem Sie bei sich selbst bleiben.
In der Psychotherapie in Wien 1170 begleite ich Sie gerne auf diesem Weg. Die Existenzanalyse bietet einen Rahmen, der Sie dabei unterstützt, wieder zu sich selbst zu finden – zu Ihren Grenzen, zu Ihrem Wert, zu Ihrem Sinn.
Sie haben das Recht, Sie selbst zu sein. Sie haben das Recht auf Grenzen. Sie haben das Recht auf ein Leben, das Sie nicht ausbrennt, sondern nährt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass Sie dieses Leben leben können.