Wenn Verlust zu innerem Wachstum wird – Erkenntnisse der Traumatherapie in Wien

Der Verlust eines geliebten Menschen zählt zu den tiefgreifendsten Erfahrungen unseres Lebens. Während der Schmerz zunächst überwältigend erscheint, kann die bewusste Auseinandersetzung mit Trauer auch unerwartete Wege der persönlichen Entwicklung eröffnen. Fachleute der Psychotherapie in Wien beobachten regelmäßig, wie Menschen durch ihre Trauer nicht nur Heilung finden, sondern auch zu einer tieferen Selbstkenntnis und neuen Lebensperspektiven gelangen.


Warum Trauer mehr ist als nur Schmerz


Vor einigen Jahren begleitete ich eine Nachbarin durch eine schwere Zeit. Ihr Mann war völlig unerwartet gestorben. Heute, zwei Jahre später, ist sie ein ganz anderer Mensch. „Ich wusste gar nicht, was alles in mir steckt“, sagte sie neulich zu mir.


So läuft das oft mit der Trauer. Am Anfang kommt der Schock. Dann die heftigen Gefühle – manchmal Wut, manchmal totale Verzweiflung. Irgendwann sucht man noch nach der Person, merkt aber gleichzeitig, dass das nicht geht. Und am Ende findet man zu sich selbst zurück – aber zu einem anderen Selbst.


Psychotherapeuten hier in Wien, die sich mit Existenzanalyse beschäftigen, erzählen oft ähnliche Geschichten. Menschen, die dachten, sie würden zerbrechen, entdecken plötzlich Kräfte, von denen sie nichts wussten.


Das Verrückte ist: Durch die Beschäftigung mit dem Verlust verändert sich oft alles andere auch. Was früher total wichtig war – der perfekte Garten, das neueste Auto – wirkt plötzlich unbedeutend. Dafür werden Sachen wichtig, die man jahrelang übersehen hat. Ein Gespräch mit der Tochter. Ein Sonnenuntergang.


Wenn plötzlich nichts mehr sicher ist


„Wer bin ich eigentlich ohne Hans?“ Das hat meine Schwägerin nach dem Tod ihres Mannes gefragt. 35 Jahre waren sie verheiratet gewesen. Sie kannte sich nur als „Hans‘ Frau“.


Aber weißt du was? Ein Jahr später hat sie ihren Führerschein gemacht. Mit 63! Dann hat sie sich einen kleinen Job gesucht. „Ich war noch nie so zufrieden mit mir“, hat sie mir erzählt.


Diese Geschichten höre ich häufiger. Menschen, die durch einen Verlust gezwungen werden, sich neu zu definieren. Das tut weh, aber es kann auch befreiend sein. Psychotherapeuten in 1170 und 1180 erleben das ständig – wie sich Menschen durch ihre Trauer völlig neu erfinden.


Die Stolperfallen – wenn Trauer blockiert


Nicht alle schaffen das so. Unsere Gesellschaft macht es einem auch nicht leicht. „Du musst jetzt stark sein.“ „Das Leben geht weiter.“ Kennst du solche Sätze? Gut gemeint, aber oft kontraproduktiv.


Eine Freundin hat ihren Sohn verloren. Alle erwarteten von ihr, dass sie nach der Beerdigung wieder „normal“ funktioniert. Ein Jahr später war sie völlig am Ende. Erst als sie sich Hilfe geholt hat – bei einem Psychotherapeuten bei Depression hier in Wien – konnte sie richtig trauern. Und dann auch heilen.


Wenn Trauer nicht richtig durchlebt wird, kann sie sich festsetzen. Das sieht dann so aus:

  • Die Traurigkeit hört einfach nicht auf, auch nach Monaten nicht
  • Man kann nicht akzeptieren, dass die Person wirklich tot ist
  • Man macht sich ständig Vorwürfe: „Hätte ich doch bloß…“
  • Man zieht sich von allen zurück, will niemanden sehen
  • Nichts macht mehr Freude, alles ist grau und sinnlos


Wenn das passiert, ist professionelle Hilfe wichtig. Oft entwickeln sich aus blockierter Trauer auch Ängste. Die Angst vor dem nächsten Verlust wird so groß, dass man sich gar nicht mehr traut, jemanden zu lieben. Da können Psychotherapeuten bei Angst und Panik wirklich helfen.


Verschiedene Menschen, verschiedene Arten zu trauern


Was mir auch aufgefallen ist: Menschen trauern sehr unterschiedlich, je nachdem, woher sie kommen. Eine türkische Kollegin hat mir erzählt, wie laut und öffentlich in ihrer Familie getrauert wird. Meine österreichischen Nachbarn machen das ganz anders – da wird viel geschwiegen, die Trauer findet im Stillen statt.


Beides ist richtig – aber es kann zu Missverständnissen führen, besonders hier in Wien, wo so viele verschiedene Kulturen aufeinandertreffen.


Der Weg hindurch – was wirklich hilft


Nach allem, was ich so mitbekommen habe, gibt es ein paar Sachen, die fast immer helfen. Das Wichtigste ist: Alle Gefühle sind okay. Auch die „schlimmen“. Wut auf den Verstorbenen zum Beispiel. Oder Schuldgefühle. Solche Gedanken sind normal, aber sie können einen auffressen.


Erinnerungen als Medizin


Was mir bei meiner Nachbarin aufgefallen ist: Sie hat angefangen, bewusst über ihren Mann zu sprechen. Sie hat ein Album gemacht, mit Fotos und kleinen Geschichten dazu. „Hier waren wir in Italien, da hat er versucht, Italienisch zu sprechen und alle haben gelacht.“


Ein Mann aus meinem Bekanntenkreis geht jeden Sonntag auf den Friedhof und erzählt seiner Frau, was in der Woche passiert ist. Klingt vielleicht verrückt, aber ihm hilft’s.


Auf sich selbst achten


In der Trauer vergisst man oft, auf sich zu achten. Isst schlecht, schläft wenig, bewegt sich nicht. Dabei ist gerade dann Selbstfürsorge wichtig. Regelmäßig essen, auch wenn man keinen Hunger hat. Raus an die frische Luft. Mit Menschen reden.


Manche fangen auch wieder mit kreativen Sachen an. Malen, schreiben, Musik machen. Das hilft beim Verarbeiten. Wichtig ist auch: eine Struktur behalten. Das gibt Halt.


Menschen brauchen Menschen. Trauergruppen können helfen. Da merkt man: Andere kennen diese verrückten Gefühle auch. Das nimmt die Angst, verrückt zu werden.


Professionelle Hilfe – wann sie zur Traumatherapie in Wien wird


Manchmal braucht man mehr als Familie und Freunde. Das ist völlig normal. Wann sollte man sich Hilfe holen?

  • Wenn der Alltag gar nicht mehr funktioniert
  • Wenn man Gedanken hat, sich selbst zu verletzen
  • Wenn Beziehungen darunter leiden
  • Wenn der Verlust besonders schlimm war
  • Wenn nach vielen Monaten keine Besserung in Sicht ist


Es gibt verschiedene Arten von Therapie. Manche Therapeuten helfen dabei, einen neuen Sinn im Leben zu finden – das nennt sich Existenzanalyse. Andere arbeiten mit den Gedanken, die einen plagen.


Wie Therapie bei Trauer aussehen kann


Ich kenne jemanden, der nach dem Tod seiner Tochter zu einem Psychotherapeuten in Wien gegangen ist. Am Anfang hat er nur geweint in den Stunden. Das war okay. Nach und nach konnte er reden. Über seine Schuldgefühle, seine Wut, seine Angst.


Die Therapeutin hat nicht versucht, ihm seine Gefühle auszureden. Sie hat sie mit ihm zusammen angeschaut. Woher kommen sie? Was braucht er jetzt? Wie kann er weiterleben, ohne seine Tochter zu „vergessen“?


Manchmal werden auch andere Familienmitglieder mit einbezogen. Wenn alle trauern, aber jeder anders, kann das zu Konflikten führen. Bei sehr schlimmen Verlusten gibt es auch spezielle Methoden wie EMDR.


Trauer verändert Menschen. Das ist nichts Schlimmes, auch wenn es weh tut. Viele, die diesen Weg gegangen sind, sagen hinterher: „Ich bin ein anderer Mensch geworden – einer, den ich vorher nicht kannte. Und das ist gut so.“


Der Schmerz geht nicht weg. Die Sehnsucht bleibt. Aber beides wird Teil eines größeren Ganzen. Das Leben wird nicht wieder wie früher – es wird anders. Oft tiefer, bewusster, dankbarer.


Professionelle Unterstützung kann dabei helfen, dass aus dem Schmerz wirklich etwas Neues wachsen kann. Die Verstorbenen leben dann weiter – nicht mehr bei uns, aber in uns. In den Werten, die sie uns mitgegeben haben. In den Erinnerungen, die uns zum Lächeln bringen.


Das ist vielleicht das größte Geschenk der Trauer: dass sie uns lehrt, was wirklich zählt im Leben.

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